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Im Mittelpunkt steht die Deutsch-Tschechische Jugendbegegnung Einfach, überschaubar und unkompliziert: so lässt sich das Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt in Kempten beschreiben. Allein wegen der Organisation des deutsch-tschechischen Jugendaustauschs wurde der Verband in Kempten gegründet, hat ein derzeit entsprechend begrenztes Aufgabengebiet und inzwischen ausreichend Betreuer-Nachwuchs aus den eigenen Reihen, um diese Fahrten zu organisieren. Stephan und Markus erzählen über die unkomplizierte Gründung des AWO-Jugendwerks als Ausgliederung aus der Gewerkschaftsjugend, die bis dato allein die deutsch-tschechische Jugendbegegnung gepflegt hatte. Die jüngeren Jahrgänge sollten von dieser Reise nicht ausgeschlossen werden, passten jedoch altersmäßig nicht so ganz ins Gewerkschaftsjugend-Konzept. „Für die Kleinen haben wir uns dann einfach einen anderen Verband gesucht, der unsere Idee unterstützt hat", berichtet Stephan Ettensperger. So wird nun vom AWO-Jugendwerk ein Ferienlager jenseits der deutschen Grenze angeboten, an dem regelmäßig zwischen 20 und 30 Allgäuer Kinder teilnehmen. Zwei Wochen Abenteuer in einem ehemaligen Betriebs-Erholungsheim, das die tschechische Partnerorganisation „Ferien" zur Verfügung stellt und noch echten „Ost-Charme" besitze, beschreibt Stephan. Für die Allgäuer Kinder sind diese Ferien preislich erschwinglich, die Anreise ist mit dem Bayern-Böhmen-Ticket zwar voller Umsteigetücken, aber ansonsten unkompliziert, das Reiseland nicht allzu weit entfernt und dennoch Ausland und schließlich hat mindestens ein Drittel der Kinder familiäre Wurzeln in Tschechien, könne sich somit im Gastland relativ gut verständigen. „Und für die Gastgeber sind es Sprachferien im eigenen Land", erklärt Stephan, dass viele tschechische Kinder in der Schule Deutsch lernen. Drüben in Böhmen sei man stets ein wenig abgelegen untergebracht, Paddeln auf der Otava, ausgedehnte Wandertouren, die die Kinder klaglos mitmachen, aber auch Busausflüge füllen das Programm rund um das Ferienlager. Die zwei Wochen jedenfalls vergehen für die Kinder wie im Fluge. Ein besonderes Highlight ist für alle Beteiligten stets das spezielle Nachtwanderprogramm zum Abschluss der Abenteuer-Ferien. „Eine echte Herausforderung", so Stephan: Die Kinder werden gruppenweise mit verbundenen Augen an einem unbekannten Ort gefahren, mit einem Betreuer, Karte und Taschenlampe ausgesetzt und sollen ganz allein wieder heim finden. „Manche trudeln schon zwei Stunden später wieder ein, aber andere kommen erst im Morgengrauen daher", erzählt Markus, der jedes Mal froh ist, wenn alle wieder heil da sind. Ein bleibendes, prägendes Erlebnis für alle seien diese Nachtwanderungen unter erschwerten Bedingungen, von dem sie zu Hause noch lange reden. Über die deutsch-tschechische Jugendbegegnung als feste Größe hinaus gibt es mit dem AWO-Jugendwerk im Rahmen des Kinderferienprogramms von Martinszell Illerfloßfahrten, Klettern im Niederseilparcours, Basteln von Bumerangs und Betriebsbesichtigungen. Ideen gibt es noch viele, bisher habe es jedoch immer nur punktuelle Einsätze gegeben. „So ganz haben wir es noch nicht geschafft, unsere Angebote zu verstetigen", gibt Stephan zu. Aber man müsse ja auch noch Ziele haben. ![]() ![]() |
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