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Die Aufnahme in die "große"
Musikkapelle ist das Ziel


„Da haben wir immer eine gute Lautstärke", beschreibt Helge Thomae schmunzelnd, wie es zugeht in den Räumen der Musikkapelle Sankt Mang, wenn wieder einmal der „Tag der offenen Türen" ansteht. Kinder der 3. Grundschulklassen sind dann eingeladen, hinter die Kulissen des Musikvereins zu schauen, Holz- und Blechblasinstrumente nach Herzenslust auszuprobieren und vielleicht Gefallen zu finden an Oboe, Querflöte oder Horn.

Willkommen ist jeder, auch wer vom Tuten und Blasen sprichwörtlich keine Ahnung hat. Denn das ändert sich schnell. Die Kinder lernen im Musikverein Sankt Mang ihr Handwerk von der Pike auf. Da gehören Noten selbstverständlich dazu. Immer nach den Sommerferien beginnen die neuen Kurse für Anfänger. Einmal wöchentlich erhalten die Neulinge Unterricht an ihrem Instrument.

Immer freitags ist dann gemeinsame Musikprobe mit den Größeren, die schon ein oder zwei Jahre ihr Instrument beherrschen. „Mag sein, dass die Kleinen zu Anfang noch nicht so richtig im Takt sind. Aber nach einem Jahr sind sie fast alle soweit, dass sie in der Jugendkapelle mitspielen können", sagt Helge Thomae. Und von da an geht es mit ein wenig Übungsfleiß stetig bergauf.

Das große Ziel ist natürlich für alle die Aufnahme in die „große" Musikkapelle. Die letzte Hürde ist überwunden mit der erfolgreich absolvierten A-Prüfung. „Aber wir sehen es auch ganz gern, wenn die Älteren noch ein wenig in der Jugendkapelle bleiben", räumt Helge Thomae ein. Denn sie spielten in der Nachwuchskapelle eine tragende Rolle, seien Vorbild und dürften sich natürlich profilieren, indem sie Soli oder die erste Stimmen übernähmen. Gemeinsam könnten sie auf Wertungsspielen zeigen, was sie gelernt haben. Die böten die beste Gelegenheit, sich zu orientieren, was andere Kapellen drauf haben und Tipps für die Verfeinerung des eigenen Spiels zu holen.

Große Auftritte haben die Nachwuchsmusiker beim traditionellen Neujahrskonzert, auf dem Kemptener Weihnachtsmarkt, aber auch am 1. Mai.

Helge Thomae bedauert den doch „sehr regen Wechsel" in der Jugendkapelle. „Wenn das Alter kommt, in dem andere Interessen erwachen oder wenn der Druck durch die Schule zu groß wird, hören sie eher mit der Musik auf als mit etwas anderem", meint sie. Dabei lasse sich durch Musik viel Stress ausgleichen.

Ein gewisses Maß an Übungsdisziplin sei allerdings auch dabei, denn ohne Fleiß kein Preis. So seien auch die Eltern gefordert, an das Pflichtgefühl des Nachwuchses zu appellieren. Es ist ja nicht überall so, wie Helge Thomae kürzlich erlebte. Da rief eine besorgte Mutter an mit der Frage, ob es schlimm sei, dass ihr Filius täglich übe. Die Jugendleiterin gab lachend Entwarnung: „Das ist nicht schlimm, das lässt meistens von ganz allein nach".

Um die Kinder bei Laune zu halten, dient neben der Freude am gemeinsamen Musizieren der alljährliche Jungmusiker-Ausflug. Da geht es dann zu spannenden Zielen, wie in den Europa-Park, in die Bavaria-Filmstudios oder in die Bärenfalle zum Klettern.