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Kinder und Jugendliche erlernen und (er)leben Demokratie Die Kinder schauen sich im „Falkenkino" gerade einen spannenden Film an und so kann Romy sich kurz davonstehlen, um ein wenig zu erzählen über ihre Kindergruppe „Die Falken", die sie gemeinsam mit Babs leitet. Zwölf bis fünfzehn Kinder finden sich wöchentlich im Jugendraum unterm Dach des Stadtjugendrings in Kempten ein, um gemeinsam Spaß zu haben beim Basteln, beim Versteckspiel und beim Weiterplanen des neuen Abenteuerspielplatzes in Kempten, für den sich die Falken unüberhörbar und nicht zu übersehen einsetzen. Nicht nur Klagen über langweilige Spielplätze im gesamten Stadtgebiet, sondern jede Menge Ideen steuerten die Kinder bisher zu dem großen Projekt bei, bauten Modelle und bewiesen Streitkultur, indem sie das Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadt suchten und sehr selbstbewusst mit ihren Forderungen an die Öffentlichkeit gingen. „Inzwischen haben wir ganz viele Bürger und auch die Altstadtfreunde auf unserer Seite", freut sich Romy über den Erfolg. Derweil sei man so weit, dass es eine Konzeption für einen Abenteuerspielplatz an der Lützelburg geben soll. „Und da wollen wir ebenfalls ein Wörtchen mitreden", sagt Romy entschlossen. Schließlich hätten die Falken jede Menge Erfahrungen beizusteuern. „Ein Wörtchen mitreden" in der Politik, nicht außen vor bleiben, wenn es um die Belange der Kinder und Jugendlichen geht, das wollen die Falken. Die Frage der Kinderrechte, Recht auf Bildung, auf Freizeit, „überall meinten die Erwachsenen, ohne die Betroffenen entscheiden zu können". Das ärgert Romy. Bei den Falken dagegen werden die Kinder ernst genommen, lernen und erleben demokratische Prozesse. „Politische Arbeit ist wichtig und Kinder verstehen viel, wenn man es kindgerecht aufbereitet", weiß die 23-Jährige. Rechtsradikalismus, Klimawandel und Umweltschutz, Manipulation durch Werbung, Armut-Reichtum, alles Themen, die die Falken nicht einfach hinnehmen, sondern kritisch hinterfragen. Viel Zeit dafür ist in den Sommer-Zeltlagern. Ein gemeinsam ausgewähltes „heißen Eisen" wie Kinderrechte oder Globalisierung zieht sich wie ein roter Faden durchs Lagerleben. Da werden Rollen verteilt und leidenschaftlich gespielt. Im Planspiel gibt es Leiharbeiter und „Bonzen". Kapitalinteressen und Pfründe werden ebenso verteidigt, wie die andere Seite ans soziale Gewissen appelliert und gar rebelliert. Am Ende des zwei- bis dreiwöchigen Camps haben die Kinder nicht nur jede Menge Spaß erlebt, sondern ebenso viel erfahren über die Mechanismen einer auf dem Kapitalismus gebauten Gesellschaft. Aber nicht nur im Zeltlager, in dem manches Kind zum ersten Mal überhaupt einen Urlaub erlebt, geben sich die „Falken" kritisch, demokratisch und hellwach. Sie machen Info-Stände, beteiligen sich am Projekt „3 Tage Zeit für Helden", sind bei den Demos zum 1. Mai dabei. Auf dem Weihnachtsmarkt präsentieren sie sich mit allerhand Selbstgemachtem: gebatikte Schals, gefilzte Lesezeichen, Uhren und leckere Plätzchen. Und freuen sich darauf, einen Teil des Erlöses in einen schönen Ausflug zu investieren. Wohin die Reise führt, wird – wie sollte es anders sein bei den Falken – gemeinsam entschieden. ![]() ![]() |
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