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Üben, damit die Erste Hilfe wie im Schlaf beherrscht wird Alexandra ist 16 Jahre alt, besucht die Maria-Ward-Schule und engagiert sich dort ehrenamtlich im Schulsanitätsdienst. Genau wie die ein Jahr ältere Belinda. Beide Mädchen sind von den Johannitern dazu in 16 Doppelstunden ausgebildet worden, schon seit einigen Jahren dabei und leiten inzwischen bei der Johanniter-Jugend eine eigene Gruppe. „Üben, üben, üben" ist die Devise an den Gruppenabenden, denn in der praktischen Ausbildung gibt es immer was zu lernen oder aufzufrischen. Schließlich geht es im Ernstfall um die Gesundheit und das Wohlergehen der Mitmenschen. Die klassische Erste Hilfe, wie Verbände legen oder die stabile Seitenlage, sollten wie im Schlaf beherrscht werden. Über diesen ernsten Teil der Jugendarbeit hinaus gibt es jedoch auch jede Menge Spaß. Alexandra, Belinda und ihre Kindergruppe sind unternehmungslustig, machen Ausflüge, Spieleabende und bereiten sich mit ihrer Gruppe intensiv auf die Jugendwettkämpfe der Johanniter-Jugend vor. Heuer hat es noch nicht ganz gereicht für einen vorderen Platz, aber: „Nächstes Mal werden wir Sieger", meint Alexandra augenzwinkernd. Nicht nur mit ihrer Kinder-Gruppe üben die beiden kontinuierlich. Sie selbst sind in ihrer eigenen Jugendgruppe auf höhreren Niveau ebenfalls gefordert. Selbst vermeintliche Routine-Handgriffe müssen immer wieder abgerufen werden, in der Erstversorgung Verletzter gebe es immer neue Erkenntnisse und schließlich erhitzen sich die Gemüter bei gesellschaftspolitisch motivierter Projektarbeit. Besonders beeindruckt waren die Beiden vom Thema „Extremismus", das über Monate hinweg vor Ort diskutiert wurde. Zum Abschluss gab es eine Studienfahrt nach Nürnberg, dem einstigen Zentrum der braunen Bewegung mit Aufmärschen auf dem Zeppelinfeld, Reichsparteitagen und Rassengesetzen. Das Dokumentationszentrum dort hat die Mädchen ebenso beeindruckt wie der Besuch des KZ in Dachau und sie wünschen sich, auf diese Weise wieder einmal Geschichte hautnah zu erleben. Zweimal haben die Beiden in den Sommerferien schon ihre Koffer gepackt, um gemeinsam anderen jungen Johannitern und Rotkreuzlern nach Kroatien zu reisen. Diese internationale Begegnung in einfachsten Verhältnissen hat sie sehr begeistert und am liebsten wären sie im nächsten Jahr wieder auf „ihrer" Insel, unter Umständen sogar auf eigene Faust. Die Johanniter sind eine für alle Interessenten offene Hilfsorganisation. Christliche Werte, wie Nächstenliebe, sind in der täglichen Arbeit jedoch wichtig, betont Regional-Jugendleiter Ulrich Karg. Der Dienst am Nächsten ist für Alexandra und Belinda die Antriebsfeder für ihr Ehrenamt. Bei der Berufswahl jedoch rangiert der Sanitätsdienst nicht an vorderer Stelle. Während es Belinda nach der Schule in die Wirtschaft drängt, hat Alexandra durchaus über eine Ausbildung zur Rettungsassistentin nachgedacht. „Leider ist der Job nur schlecht bezahlt", meint sie bedauernd und wird sich nun anderweitig orientieren. Im Ehrenamt wollen jedoch beide den Johannitern erhalten bleiben. ![]() ![]() ![]() |
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