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Einsatzwille, Tatendrang und ein Miteinander
zeichnen die Jugendfeuerwehr aus


„Einer für alle, alle für einen", das Motto der drei Musketiere, das auch immer wieder gern von den Fußballspielern beschworen wird, ist ebenso der Leitspruch der Jugendfeuerwehren Kemptens. Einsatzwille, Tatendrang und vor allem ein Miteinander, bei dem jeder Handgriff sitzt, zeichnet den Nachwuchs bei den Floriansjüngern aus.

Die Jugendgruppe der Feuerwehr Kempten hat Tradition und besteht seit über 40 Jahren. Doch auch vor dieser auf „Löschen, Bergen und Retten" eingeschworenen Truppe macht eine Entwicklung nicht halt: „Die vielen glitzernden Freizeitangebote, der Druck durch die Schule und die modernen Medien machen uns die Rekrutierung von Nachwuchs schwer", stellt Andreas Walk fest. Darum müsse man behutsam vorgehen, das Thema „Helfen" intensiv vorbereiten und zeitgemäß „verkaufen". Abwechslungsreiche Ausbildungsangebote und jede Menge Spaß unter einen Hut bringen: die Kemptener Jugendfeuerwehren haben das geschafft. „Unser Geheimnis ist eine Zauberformel aus 50 Prozent feuerwehrtechnischer Arbeit gemischt mit 50 Prozent klassischer Jugendarbeit", verrät Andreas Walk.

Der Stadtjugendwart betreut aktuell circa 40 Schützlinge, die in vier Gruppen eingeteilt sind. Das Mindestalter beträgt 12 Jahre. „Vorher anzufangen, macht wenig Sinn", meint Walk, denn bevor die Jugendlichen nicht 18 Jahre alt sind, müssten sie sich bei Einsätzen im Hintergrund halten. Los geht es in der U14, die zentral in der Feuerwache in der Rottachstraße untergebracht ist. Mädchen gehören dabei schon lange zum vertrauten Bild.

Mit 14 Jahren werden sie in die ihrem Wohnort entsprechende Jugendgruppe versetzt.

An den Übungsnachmittagen und -abenden werden nicht nur Schläuche gerollt, Knoten gelernt und stur Formalien gepaukt. Jedes junge Feuerwehrmitglied erhält das nötige Rüstzeug im feuerwehrtechnischen Bereich, um später im Ernstfall anpacken zu können. Durch die Arbeit im Team der Löschgruppe lernen die Jugendlichen Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, Selbstdisziplin und Teamfähigkeit. Und erhalten ganz praktisch für den Hausgebrauch auch einen Grundkurs in „Erster Hilfe".

Auch wenn sie aufgrund ihres Alters noch nicht ganz vorn bei Einsätzen dabei sein dürfen, werden die jungen Feuerwerhler gebraucht. Nicht zuletzt bei Hochwassereinsätzen waren die Jugendlichen eine wertvolle Unterstützung. Sie sicherten die Feuerwache in der Rottachstraße und ermöglichten so den erwachsenen Kollegen, an anderen Brennpunkten zu helfen.

Aber auch in der Freizeit stecken die Jungfeuerwehrler gern die Köpfe zusammen. So gibt es Ferienlager, gemeinsame Hüttenwochenenden und Begegnungen mit Jugendlichen aus Partnerfeuerwehren.

Und ganz hoch her geht es bei Jugendwettbewerben, an dem der Feuerwehrnachwuchs aus dem Regierungsbezirk oder den Landkreisen teilnimmt. Da werden mit Feuereifer Schlauchleitungen gelegt, Knoten gemacht und Leinenbeutel geworfen. Alles altvertraute Handgriffe, in den Übungsstunden wie im Schlaf beherrscht. Das Spannende ist hier jedoch: die Zeit läuft.