Kontaktdaten

"Umweltdetektive" mit Tradition
und politischem Anspruch


„Wenn du Naturfreund bist, bist du überall gern gesehen." Für den 24-jährigen Florian ist die Tradition, die sich mit seiner Organisation verbindet, ganz selbstverständlich. Lächelnd erzählt er, das erste, was seine Eltern nach seiner Geburt unterschrieben hätten, war wohl die Eintrittserklärung bei den Naturfreunden. Selbstverständlich ist darum seine Bereitschaft, sich als Jugendleiter darum zu kümmern, dass dem Verein der Nachwuchs nicht abhanden kommt.

Nachdem es längere Zeit keine regelmäßige Jugendgruppenarbeit gab, hat er gemeinsam mit Alex vor knapp zwei Jahren einen Neuanfang gemacht. Anstoß war vor allem auch der schöne, neue Gruppenraum, welcher der Naturfreundejugend im Haus des Stadtjugendrings zur Verfügung steht. Aktuell sind es zwischen drei und sieben Kinder, die sich alle zwei Wochen zu den Gruppenstunden einfinden. Filmabende mit Popcorn, Kochen, Nistkästenbau und ein bisschen Biologie mit den „Umweltdetektiven", das alles und noch viel mehr wird in diesem Stunden angeboten.

Aber wir sind nicht nur im Haus, sondern natürlich auch in der Natur", bemerkt Florian. Allerdings nicht nur, um zu erkunden, was in Wald und Wiesen kreucht und fleucht, sondern mit einem durchaus politischen Anspruch. Schließlich seien die Naturfreunde schon 1895 aus der Arbeiterbewegung heraus entstanden. Damals hätten die Arbeiter Ausgleich zum harten und tristen Einerlei in der Fabrik gesucht.

Aktionen gegen Rechtsradikalismus gehören darum ebenso zum Programm wie Demonstrationen zum Atomkraftausstieg. Hüttenabende, Bootstouren und andere klassische Angebote in der Jugendarbeit gibt es bei den Naturfreunden natürlich auch. „Bei uns lassen sich eigentlich alle Sportarten vom Kajakfahren bis zum Klettern ausprobieren, ohne dass Druck ausgeübt wird", sagt Florian. Veranstaltungen wie das Kinderpfingstcamp öffneten den Blick über den eigenen Tellerrand.

Florian und Alex freut aber besonders das Miteinander von Jung und Alt in ihrem Verband. „Wenn wir an der traditionellen Müllsammelaktion der Stadt teilnehmen, ziehen Opa und Enkel miteinander los, um den Verschönerungsweg an der Iller von Unrat zu befreien", erzählen sie. Gemeinsam werden Gummistiefelwanderungen unternommen, Kräuter gesucht und verkocht. „Und wenn unsere Kids Adventskränze binden, sind schnell vier bis fünf Omas gefunden, die zeigen, wie es geht", setzen die Jugendleiter fest auf die Mithilfe der Erwachsenen.

Die Naturfreundejugend ist auf dem Altstadtfest präsent, war bei der Eröffnung des neuen St.-Mang-Platzes dabei und bemüht sich stets um potentielle neue Mitglieder. Es soll schließlich nicht dabei bleiben, dass immer nur die Kinder von Vereinsmitgliedern kommen. Kleine Erfolge erkennen Florian und Alex schon und deshalb wollen sie dranbleiben. Beide machen ihr Ehrenamt gern und Alex meint „Es ist eine tolle Abwechslung vom Berufsalltag, mit den Kleinen zu arbeiten und zu entdecken, dass was hängen bleibt vom dem, was wir vermitteln". Und außerdem gelte: Wer Naturfreund ist, wird überall gern gesehen.