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"Wir wollen die Jugend bewegen -
dafür bewegen wir etwas"


„Viele Kinder im Grundschulalter können nicht rückwärts laufen, einen Ball fangen oder über einen Bank balancieren", diese Beobachtungen erfüllen Anneliese Antes und Peter Rietzler mit großer Sorge. Die beiden sind als Stadtbeauftragte und Kreisjugendleiter für Kempten und das Allgäu im Bayerischen Landessportverband (BLSV) für den Nachwuchs zuständig und versuchen in diesen Funktionen alles, um dieser Entwicklung entgegen zu steuern.

Der BLSV investiert darum viel Geld und Engagement, um einer seiner Hauptaufgaben, der Fort- und Ausbildung der Jugendtrainer, gerecht zu werden. Darüber hinaus bietet er viele spannende Jugend- und Mitarbeiterbildungsmaßnahmen an. Fragen der gesunden Ernährung, Drogenprävention, Trendsportarten wie Slacklinen und Klettern oder die enge Verbindung zwischen Sport und Natur, die Stärkung des Umweltbewusstseins – all das sind nach Meinung von Anneliese Antes und Peter Rietzler Themen, die modern sind und weit über den Sport hinaus greifen. „Wir wollen die Jugend bewegen, und dafür bewegen wir etwas", sind sich die beiden einig. Möglichkeiten gibt es viele, die Palette ist breit gefächert, denn das Angebot in den Kemptener Sportvereinen reicht von A wie Areobic bis Z wie Zirkeltraining.

Anneliese Antes würde sich wünschen, dass der Schulsport wieder mehr Gewicht erhielte und dass Begeisterung für gesunde Bewegung wachse. Dabei gehe es nicht darum, Leistungsdruck aufzubauen, sondern um Spaß am Breitensport. Toll findet sie den neuen Weg am Allgäu-Gymnasium, wo Schüler des LK Sport innerhalb zwei Wochen den C-Trainer-Schein für die Jugend machen können. Kinder spielerisch zum Sport animieren, Hilfestellung bei schwierigen Übungen zu leisten, Sportdidaktik und Erste-Hilfe – das Programm im Kurs ist prall gefüllt.

Nicht nur Schulen, auch Sportvereine seien in der Pflicht, wenn es darum geht, die Jugendlichen zu Bewegungstalenten zu machen. Sport in der Gemeinschaft mache einfach Spaß, Anreize müssten geschafft werden wie das „Talentino"-Maskottchen in den Grundschulen, wie ein Blick hinter die Kulissen beim „Tag der offenen Tür" oder Schnuppertraining. Die Kontakte zwischen Vereinen und höherer Ebene zu knüpfen, Kritik und Verbesserungsvorschläge weiter zu geben und auch die Verbindung der vielen regionalen Sportvereine untereinander zu halten, auch darin sehen die beiden ihre Aufgabe.

Peter Rietzler gefällt daran, dass in den Vereinen Jung und Alt bestens verzahnt sind: „Die Zusammenarbeit zwischen Erwachsenen und Jugendlichen ist in der Regel vorbildlich wie sonst nirgendwo".

Eigentlich also beste Voraussetzungen dafür, dass Rückwärtslaufen, Seilhüpfen und Handstand bald für kein Kind mehr unüberwindbare Hürden sind.