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Hoffnung auf Renaissance von Brauchtum und Tradition „Wer, außer den Trachtenvereinen, soll sich denn sonst um Tradition und Brauchtum kümmern?", fragt Andreas Köppl. Der 2. Vorsitzende des Kemptener Trachtenvereins „Bergmännle" sorgt sich ebenso um die Pflege des Dialekts, den Erhalt der authentischen Volksmusik und Allgäuer Tracht wie Vereinschef Uwe Gail und Elisabeth Fleschhut, die im Trachtenverein „Edelweiß" die Jugendarbeit in den Händen hat. Als Konkurrenten sehen sich die drei nicht, sondern sie bemühen sich gemeinsam um eine lebendige Jugendarbeit, damit auch die nächsten Generationen noch mitschwätzen können, wenn es um Mundart, Volkslieder und Schuhplattler geht. Und das ist gar nicht so einfach. „In der Stadt finden sich leider immer weniger Kinder und Jugendliche, die sich fürs Brauchtum begeistern", bedauert Elisabeth Fleschhut. Beide Vereine kämpfen mit entsprechenden Nachwuchssorgen. Es sind meist die Kinder der Mitglieder, die ohnehin mit dem Trachtenverein aufgewachsen sind und nun als kleine Plattler in fescher Tracht für das Entzücken der Zuschauer sorgen. Leider zählen beide Vereine zusammen nur mehr 16 Nachwuchstänzer in ihren Reihen. Eine eigene Gruppenstunde sei darum wenig sinnvoll und so würden die Kinder in die Übungsstunden der „Großen" integriert. Alle zwei Wochen finden dazu Vereinsabende statt, an denen meist die ganze Familie teilnimmt. Dort werden dann Volkstänze, Schuhplattler und echte Volkslieder geprobt. Die engen Familienbande kennen zu lernen, ein wenig Nestwärme zu genießen und es ganz einfach „huimelig" zu haben, dass sei für Jugendliche, die neu dazustoßen, sicher eine besondere Erfahrung, sagt Elisabeth Fleschhut. „Und auch einer der Gründe, warum wir die Arbeit mit den Jugendlichen aufrecht erhalten", fügt Andreas Köppl hinzu. Alle drei haben feststellen müssen, dass die Hälfte der Kemptener gar nicht weiß, dass es in ihrer Stadt Trachtenvereine gibt. Daran ändern auch die öffentlichen Auftritte nichts. Und viele Leute winken dankend ab, weil sie die Trachtenvereine fälschlicherweise in Verbindung zum volkstümelnden Musikantenstadl-Einerlei sehen. „Authentische Volksmusik aber mögen die Leute durchaus", weiß Elisabeth Fleschhut. Und sie sieht eine Chance darin, dass auf Festwoche und Oktoberfest Dirndl und Lederhosen eine große Renaissance erfahren. „Vielleicht ist das so etwas wie eine Kehrtwende", hofft sie. Die Repräsentanten der Trachtenvereine freuen sich auch, dass sie dort auch wieder jede Menge richtig edle, aufwändig genähte Trachten entdecken. Sie selbst werden jedenfalls nicht nachlassen im Bemühen, den nachfolgenden Generationen mit der Pflege des Brauchtum, Dialekt und Volksmusik ein Stück Heimat zu erhalten. Dazu gehört auch, die Jungen zum Wertungsplatteln zu schicken, wo sie sich mit den anderen Nachwuchsgruppen aus dem Gau vergleichen können und Ansporn zum Besserwerden erhalten. Auf dem Gautrachtenfest, das alljährlich mit zu den wichtigsten Ereignissen im Vereinskalender zählt, können sich dann auch die kleinen Plattler vergewissern, dass sie mit ihrer Begeisterung für Traditon und Brauchtum nicht allein sind. ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
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